Ein Fachkräfte-Date mit Datteln und arabischem Kaffee

IAQ-Firmentag vernetzt Unternehmen mit zugewanderten IT-Experten, Ingenieurinnen und Ingenieuren – bei einem Workshop und interkulturellem Buffet

Firmentag 2017Zweibrücken. „Der IAQ-Firmentag war eine sehr gute Brücke, um mit IT-Experten, Ingenieurinnen und Ingenieuren aus dem Ausland in Kontakt zu kommen“, sagt Marc Christmann, Geschäftsführer der comexio  GmbH in Kerzenheim (Pfalz). Das junge Unternehmen, das sich mit innovativen Produkten im Bereich Smart Home einen Namen gemacht hat, könnte noch schneller wachsen als bisher – wenn genügend Fachkräfte aus dem Bereich Elektrotechnik vorhanden wären. Doch daran mangelt es in der Region. Beim ersten Firmentag der „Ingenieurwissenschaftlichen abschlussorientierten Qualifizierung“ (IAQ) an der Hochschule Kaiserslautern hat Marc Christmann eine Reihe von zugewanderten Elektroingenieuren kennengelernt – mit einigen sind nun Vorstellungsgespräche geplant.

Genau das war das Ziel des ersten IAQ-Firmentages, den das Aus- und Weiterbildungsnetzwerk pro-mst der Hochschule Kaiserslautern am Campus Zweibrücken veranstaltet hat: Gut ausgebildete Fachkräfte aus dem Ausland und regionale Unternehmen auf der Suche nach kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammenbringen.

In einem Workshop wurden die Firmen über die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Beschäftigung von ausländischen Fachkräften in Deutschland aufgeklärt. Valentina Mählmeyer vom bundesweiten Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ der DIHK Service Berlin GmbH informierte, welche Regeln es bei Praktika und Einstellungen zu beachten gibt. Dirk Michel von der IHK Pfalz sprach darüber, wie zugewanderte Fachkräfte erfolgreich in die Betriebe integriert werden können.

Im Anschluss daran lernten die Unternehmen die 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des aktuellen IAQ-Jahrgangs in der Campus-Kapelle der Hochschule kennen. Sie kommen aus Syrien, Brasilien, Venezuela, Armenien und dem Iran und verfügen als Elektroniker, Informatiker, Mechatroniker sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren weiterer Disziplinen teilweise über vielfältige Berufserfahrungen in ihren Heimatländern.

Bei einem Interkulturellen Buffet, das die IAQ-Absolventen selbst zubereitet hatten, kam es zu einem intensiven Austausch zwischen den Unternehmen und den Zugewanderten. Dabei haben die Gäste nicht nur Köstlichkeiten der arabischen und südamerikanischen Küche näher kennengelernt, wie Datteln, Hummus und Bananentorte, sondern auch engagierte Fachkräfte mit interessanten Qualifikationen.

„Wir haben wieder viel Potential entdeckt und bereits die ersten Gespräche geführt“, sagte Matthias Schäfer von der Kopf GmbH aus Landau nach dem gemeinsamen Austausch. Sein Unternehmen hat bereits gute Erfahrungen mit einem IAQ-Absolventen des ersten Jahrgangs gesammelt, wie er im Rahmen des Workshops berichtete. Seit Anfang dieses Jahres arbeitet der Mechatroniker Homam Alkhateeb bei der Kopf GmbH. Von der Geschichte des jungen Ingenieurs aus Syrien und wie er über die „Ingenieurwissenschaftliche Qualifizierung“ an der Hochschule Kaiserslautern zu dem Unternehmen in der Pfalz kam, berichtet ein Filmbeitrag, den der SWR am IAQ-Firmentag gedreht hat.

Die „Ingenieurwissenschaftliche abschlussorientierte Qualifizierung“ (IAQ) an der Hochschule Kaiserslautern wird im Rahmen des bundesweiten Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung“ (IQ) finanziert und ist ein Teilprojekt im IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz.

(rev)